Familienforschung
Gottsleben - Gayes - Engelbarts - Voß


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Verwandtschaft von Anna Maria und Johannes Gottsleben
 

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K[C]onrad Hoen

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Jost Hoen

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Graf Wilhelm der Reiche

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Prinz Wilhelm von Oranien

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Margarethe Hoen (geb. Welcker)

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Wilhelm Hoen

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Güta Hoen (geb. Behr)

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Anna Maria Gottsleben (geb. Hoen)

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Catharina Geysius (geb. Hoen)

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Andreas Jacob Hoen

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Margarethe Hoen (geb. Stöver)

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Anton Hoen

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Anna Hoen (geb. Camberger)

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Johann Hoen

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Anton Hoen (II.)

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Philipp Heinrich Hoen

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Anna Hoen (geb. Stöver)

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Elisabeth Hoen (geb. von Selbach-Zeppenfeld)

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Erasmus Hoen

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Philipp Heinrich Hoen (II.)

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Anton Hoen (III.)

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Anna Kunigunde Jacobe Manger (geb. Hoen)

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Katharina Vigelius (geb. Hoen)

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Magdalena Knopp (geb. Hoen)

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Johannes Hoen

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Jost Behr

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Jacob Behr

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Anna Behr (geb. Sengeleups)

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Literatur

Familie Hoen

K[C]onrad Hoen

Anna Maria Gottslebens Urgroßvater war der Gelnhausener Ratsherr K[C]onrad Hoen. Der Familienname ihrer Urgroßmutter Anna ist nicht bekannt.

Jost Hoen

Der um 1500 geborene Großvater Jost Hoen studierte noch zu Lebzeiten Luthers ab 1530 in Wittenberg. Hier erlangte er den akademischen Grad eines Magisters artium. Nach seinem Studium wirkte er seit dem 25. Juli 1535 als Oberschulmeister zusammen mit dem Unterschulmeister Magister Anton Stöver an der Dillenburger Lateinschule, die er im Sinne der lutherischen Reformation umgestaltete. Am 27. Dezember 1538 ernannte Graf Wilhelm der Reiche von Nassau-Dillenburg Jost Hoen zum Pädagogen seiner »jungen kinder« und zum Diener (Beamten) bei Hof auf Lebenszeit. Wer hätte damals geahnt, dass der bisher bescheiden die Kinder angesehener Dillenburger Bürger und Beamten zu künftigen Stützen des kleinen Landes heranbildende Mann durch diese Berufung zu einer Persönlichkeit werden sollte. Erster gräflicher Schüler war kein Geringerer als der spätere Prinz Wilhelm von Oranien, der Befreier der Niederlande. Als Erzieher eines der hervorragendsten Repräsentanten europäischer Geschichte wurde der sonst wohl kaum bekannter gewordene Schulmeister Jost Hoen im erweiterten Sinne selbst zu einer geschichtlichen Persönlichkeit.
   
Wie hoch Graf Wilhelm der Reiche die Fähigkeiten des Hauslehrers seiner und der Gräfin Juliana, geborene Gräfin von Stolberg (1506-1580), zahlreichen Kinderschar einschätzte, zeigt die Jahresbesoldung von 100 Gulden Frankfurter Währung, die volle Verpflegung aus der gräflichen Küche und die jährliche Ausstattung mit einer Sommer- und Winterbekleidung. Da Jost Hoen bei seiner Berufung zum Erzieher der gräflichen Kinder bereits seit 1538 mit der Kammerfrau Margarethe Welcker, Tochter des Diezer Schultheißen Theis Welcker, verheiratet war (vgl. Dillenburger Bürgermeisterrechnungen 1538), wurde er von der nächtlichen Beaufsichtigung seiner Schüler, wie es sonst Brauch war, befreit und ihm gestattet die Nächte »im thall«, also in der Stadt Dillenburg zu verbringen. Mit seiner Bestallung verpflichtete sich Jost Hoen, die jungen Grafenkinder in der lateinischen und in anderen Sprachen, »so gepreuchlich sein«, d.h. im Italienischen und Französischen, zu »gottesforcht, freyen kunsten, guter lare, sitten und tugenden« zu erziehen und ihnen dabei selbst mit einem guten Beispiel voranzugehen. Auch wurde er  von der Verpflichtung befreit, als Mentor seine Zöglinge später zu begleiten, wenn sie auf fremden Universitäten studieren oder auf ihren Kavalierreisen auswärtige Fürstenhöfe besuchen sollten. Nach Beendigung seines Erziehungsauftrages sollte er in der gräflichen Kanzlei (»schreiberey«) als Registrator und bei sonstigen Schreibarbeiten weiter beschäftigt werden. Gleichzeitig wurde ihm die Aufsicht über die in der Stadt befindlichen Lateinschule übertragen.
   
Ab 1556 war Jost Hoen dann gräflicher Sekretär, ab 1564 gräflicher Rat und Hofmeister und ab 1566 erster Leiter des Konsortiums der Grafschaft Nassau-Dillenburg. 1569 erfolgte seine Ernennung zum Kanzleirat. Am 23. März 1559 verlieh ihm der Kaiser von Augsburg aus ein adliges Wappen, das seinem Enkel Dr. jur. Philipp Heinrich Hoen 1636 erneuert wurde (Fürstlich Wiedsches Archiv zu Neuwied, Urkundenregister und Akteninventar. Neuwied, 1911, S. 148, Nr. 1134). Jost Hoen starb am 6. Juni 1569 in Dillenburg. Seine Familie, aus der mehrere ebenso gelehrte wie getreue Staatsdiener entsprossen, hat sich über zwei Jahrhunderte in der Nassau erhalten.
   
Aus der 1538 mit Margarethe Welcker geschlossenen Ehe gingen, soweit bekannt, drei Söhne
a) Wilhelm,
b) Anton und
c) Johannes sowie eine Tochter
d) Anna hervor, die 1573 den aus Siegen stammenden Pfarrer zu Tannenrode in Thüringen, Johann Frentz (Frensius), heiratete.
Hoens um 1539, 1540 und 1541 geborenen Söhne studierten nach dem Besuch der Dillenburger Lateinschule in Wittenberg, wo sie am 4. Mai 1558 neben dem Junggrafen Adolf von Nassau-Dillenburg in der Matrikel als »filii Justi Hoenonii Secretarii generosi comitis Guilelmi a Nassaw« erscheinen. Während ihres Studiums werden sie den damals 61-Jährigen Melanchthon noch erlebt haben.

Wilhelm Hoen

Wilhelm Hoen, der älteste um 1539 geborene Sohn, kehrte nach Beendigung seines Studiums an der Universität Wittenberg in seine Heimatstadt zurück. An der Dillenburger Lateinschule wirkte er ab Ostern 1562 als Unterschulmeister mit 52 Gulden Jahresbesoldung. Oberschulmeister war damals Magister Johannes Pistorius von Biedenkopf, genannt Johannes Bidencap. Am 25. August 1566 verlegte Wilhelm Hoen sein Tätigkeitsfeld nach Siegen, wo er die Stelle eines Landschreibers übernahm. In dieser ist er noch für die Jahre 1577 und 1579 bezeugt. Dann ging er, wohl auf Veranlassung seines Schwiegervaters, des seitherigen Herborner Stadtschreibers Jost Behr, mit dessen Tochter Güta (Güthe, Gütgin) er sich 1569 in Dillenburg (Dillenburger Bürgermeisterrechnungen 1569/70) verheiratet hatte, 1582 nach Herborn, um an dessen Stelle zu treten. Wilhelm Hoen starb am 7. November 1602. Als Nachfolger in der Stellung eines Herborner Stadtschreibers erscheint dann unterm 23. Juni 1603 Wilhelm Hoens um 1576 geborene Sohn, Andreas Jakob. Mit diesem Zweig der Familie Hoen begann jene Reihe tüchtiger Herborner Stadtschreiber, deren Nachkommen noch lange in den verschiedenen Dienststellen bezeugt sind.

A) Kinder: Von Wilhelm Hoens Kindern kennen wir den um 1576 geborenen Andreas Jakob, die um 1570/71 geborene Anna Maria und ihre um 1589 geborene Schwester Catharina.
1) Anna Maria heiratete am 14. September 1589 (vgl. Traubuch Herborn) den Herborner Magister Johannes Gottslebius und
2) Catharina den nach 1632 verstorbenen Pfarrer in Kölschhausen/Kreis Wetzlar Johannes Geysius. Aus Catharinas Ehe stammen Anna Maria, die Frau des Herborner Bürgers Walter Lott, und der spätere Herborner Diakon Johann Heinrich Geysius. Catharina Geysius, geborene Hoen, wurde - wohl nach 1635 - die zweite Frau des Heimbergers Johannes Pulver in Sinn und starb am 14. April 1675 im Alter von 86 Jahren (Totenbuch Herborn u. Steubing, Topographie der Stadt Herborn, S. 188).
2) Andreas Jakob Hoen besuchte das Herborner Pädagogium und anschließend von 1594 bis 1599 die damals von Herborn nach Siegen verlagerte Hohe Schule Johannea. Als Siegen von einer länger andauernden Pest überzogen und der Lehrbetrieb der Hohen Schule ganz eingestellt wurde, reiste er mit seinen Vettern Anton (II.) und Philipp Heinrich Hoen 1597 nach Jena und immatrikulierte sich an der dortigen Universität. In Speyer wurde er zum kaiserlichen Notar ernannt und heiratete am 4. Dezember 1600 Margarethe Stöver, Tochter des Hilchenbacher und Ferndorfer Pfarrers Johann Georg Stöver. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Andreas Jakob am 23. Juni 1603 dessen Stelle als Herborner Stadtschreiber, die er selbst bis zu seinem Lebensende am 4. Juli 1652 versah. Zum Angedenken setzte Andreas Jakob seinen Eltern Wilhelm und Güta Hoen eine gusseiserne Grabplatte, die noch heute an der Innenseite der Mauer des alten Friedhofs in Herborn - in der Nähe des Leonhardsturms - erhalten ist.

B) Enkelkinder:
1) Familie Johannes und Anna Maria Gottsleben: Matthias, Johann Bernhard, Andreas Jacobus, Margarete, verheiratete Rücker, und Jodocus Wilhelm.
2) Familie Johannes und Catharina Geysius: Anna Maria, verheiratete Lott, und Johann Heinrich.
3) Familie Andreas Jacob und Margarethe Hoen: Katharina heiratete um 1625 den gräflichen Rat und Sekretär Hinrich (II.) Moller (vom Hirsch), Magdalena war verheiratet mit dem Herborner Arzt und Mathematiker Albert Friedrich Cnopsius [?], weitere Kinder [?].

Anton Hoen

Der um 1540/41 geborene Anton Hoen trat nach seinem Studium der Rechtswissenschaft in Wittenberg als Landschreiber der Grafschaft Diez 1566 in den Dienst des Hauses Nassau-Dillenburg. Während seines Studiums wurde Anton -  wie so manche seiner Zeitgenossen - durch den Tod des Praeceptor Germaniae Philipp Melanchthon zu Dichtungen angeregt. Drei seiner großen und kunstvollen Gedichte, die 1560 und 1561 entstanden sind, wurden an ehrenvoller Stelle publiziert (vgl. Heinz Scheible, Anton Hoens Gedicht auf Melanchthon). Antons humanistische Bildung befähigte ihn zur Abfassung umfangreicher Dichtungen, in denen er nicht nur seine sprachliche Gewandtheit sondern auch eine saubere Gedankenführung unter Beweis stellte. Literarische Übungen gehörten damals zur Ausbildung jedes Studenten, wenn auch die wenigsten das für eine Drucklegung erforderliche Niveau erreichten. Der spätere Beruf bot dann meist für solche zeitraubenden Spiele keine Muße mehr. Obwohl Anton Hoen kein eigentlicher Dichter mit unverwechselbarer Individualität ist, lernen wir ihn mit seinen Gedichten als exemplarischen Vertreter einer hochgebildeten Beamtenschicht aus der Zeit des Späthumanismus kennen.
   
Anton Hoen stieg im Laufe der Zeit unter Graf Johann VI. zu einer bedeutenden Persönlichkeit der Grafschaft Diez auf. Schon bald nach seiner Ernennung zum Landschreiber wurde ihm neben der Kellerei des Klosters Dierstein auch die Führung der Kellereigeschäfte zu Nassau, Kirberg und Camberg übertragen, die er teilweise bis zu seinem Tode versehen hat. Schon 1567 erscheint er als Befehlshaber und Amtsverweser der Grafschaft Diez, zu der damals außer dem nassau-katzenelnbogischen Anteil am Vierherrischen auch Hadamar und Ellar gehörten. Als Keller finden wir ihn für Nassau von 1574 an und für Kirberg und Camberg 1585 bezeugt, während er für Hadamar und Ellar 1582 bis 1587 als Amtmann erwähnt wird. Anton Hoen verstarb kurz vor dem 7. August 1587.
   
Verheiratet war Anton Hoen mit Anna Camberger, der Tochter des nassauischen Rats Andreas Camberger. Anna Hoen heiratete am 14. November 1592 den Amtsnachfolger ihres verstorbenen Mannes, den Dr. jur. utr. Alexander Sohn.

A) Kinder: Aus der Ehe Anton Hoens mit Anna Camberger sind uns drei Söhne bekannt geworden, die sämtlich in landesherrliche Dienste getreten sind.
1) Johann übernahm die Kellereien in Kirberg und Camberg,
2) Anton der Jüngere (II.) wurde Keller über die ehemaligen Diersteiner Klostergüter und
3) Philipp Heinrich der hervorragende Staatsmann des Hauses Nassau-Katzenelnbogen:
Philipp Heinrich Hoen hat nicht nur als bedeutender Jurist durch viel verbreitete Werke von Herborn aus gewirkt, er ist vielmehr der führende Rat und Staatsmann Nassau-Dillenburgs fast 40 Jahre lang gewesen, weit bekannt und hoch geehrt, am Grafenhof in Dillenburg so gut wie am Kaiserhof in Wien. Philipp Heinrich war in erster Ehe mit einer Tochter Anna (Enchen) des nassau-dillenburgischen Rates Erasmus Stöver verheiratet. Von seinem Schwiegervater hatte er zu Dillenburg ein mit »Burgfreiheit« versehenes Haus »uff der Hütten nechst dem Stiefel gelegen« geerbt, das er mit seiner Familie bewohnte und von dessen Grundstück er und seine Frau 1622 einen Teil an den Dillenburger Gerichtsschöffen und Gastwirt der »Herberge zum Stiefel« Eoban Kempfer und dessen Frau Margarete verkauften. Hoens Frau Anna starb am 2. Mai 1635 auf dem Schloss zu Dillenburg und wurde am 7. Mai in der Dillenburger Stadtkirche zu Grabe getragen. 1636 trat Rat Hoen in eine zweite Ehe mit Elisabeth von Se(e)lbach-Zeppenfeld (gest. 1648) ein. Sonstige Nachrichten über Hoens Privatleben fehlen fast völlig. Nur eine hat sich noch erhalten. Sie wirft ein bezeichnendes Licht auf die Verwirrungen der damaligen Zeit, in der, begünstigt durch Krieg und Pest, der Hexenwahn wieder aufflammte. Dass er auch im Dillenburger Land seine Opfer forderte, wobei es sogar zu einem persönlichen Angriff auf einen so verdienten und hochangesehenen Mann wie Philip Heinrich von Hoen kommen sollte, besagt eine Nachricht, dass in einem Prozess 1632 eine schlecht beleumdete Frauensperson aus Eibach angegeben habe »der Rat Hoen selbst sei mit bei dem Hexentanz gewesen, denn er sei ein Hexenmeister und habe sich nicht nur betrunken, sondern auch sonst ungezogen betragen«. Diese handgreifliche Verleumdung des höchsten Beamten der gräflichen Residenz Dillenburg dürfte wenigstens dort den im Lande tätigen Hexenrichtern zu denken gegeben und zur baldigen Einstellung der Hexenverfolgungen im Dillenburger Gebiet geführt haben.

B) Enkelkinder: Aus der Ehe Philipp Heinrichs mit Anna Stöver gehen drei Söhne und neun Töchter hervor, von denen einige anscheinend früh gestorben sind. Auch zwei der Söhne starben noch vor ihren Eltern.
1) Erasmus
, der älteste der drei, besuchte bis Ende Oktober 1614 die Dillenburger Lateinschule, wechselte am 4. November 1614 in die 5. Klasse des Herborner Pädagogiums und studierte 1623 Rechtswissenschaft an der dortigen Hohen Schule. Später ging er zum Militär und nahm in den Niederlanden, anschließend im Heer des Dänenkönigs Christian IV. an den Kämpfen der damaligen Zeit teil. Er trat 1631 in venezianische Dienste, in denen er jedoch noch im gleichen Jahr bei der Überfahrt nach Venedig in dem »Kantabrischen Meer« ertrank. In der Herborner Matrikel finden wir bei Erasmus Hoen den folgenden Zusatz: »postea miles in Belgio, item sub rege Daniae, tandem inter alios lectus a Venetianis in urbe Amstedolamiensi; quorum signa e Batavia secutus naufragio in Oceano Contabrico submersus anno 1631 obiit«.
2) Philipp Heinrich der Jüngere (II.) ging am 25. April 1623 von der Dillenburger Lateinschule ab in die 3. Klasse des Herborner Pädagogiums und studierte ab 1626 an der Hohen Schule gleichfalls Rechtswissenschaft. Auch er wandte sich dem Kriegshandwerk zu, tat, wie sein Bruder, zunächst Dienst in den Niederlanden und trat anschließend in ein von seinem Landesherrn, dem Grafen Ludwig Heinrich von Nassau-Dillenburg, aufgestelltes und in schwedische Dienste überführtes Regiment ein, in dessen Reihen er als Fähnrich (Signifer) am 5. Februar 1634 während der Belagerung von Ruffach im Elsass den Soldatentod fand. Die Herborner Matrikel vermerkt hierzu: »postea miles in Belgio, tandem signifer sub generoso nostro comite domino Ludovico=Henrico in Nassau in exercitu regiae maiestatis Sueciae; in oppugnatione Ruffaci Alsatiorum oppidi anno 1634 nonis Febr. occubuit«.
3) Anton (III.), der jüngste der Brüder, besuchte bis 1640 die Dillenburger Lateinschule und studierte ab 20. April 1640 in Herborn. Ab April 1641 steht er, wie seine Brüder, als Soldat im Heer der Niederlande und nimmt an der Belagerung von Gennep teil. Später setzt er seine Studien in Herborn, darauf in Franeker fort.
Von den fünf verbliebenen Töchtern Philipp Heinrich Hoens heiratete
4) Anna Kunigunde Jacobe am 12. Mai 1640 den verwitweten kaiserlichen Notar und Dillenburger Stadtschreiber Philipp Heinrich Manger,
5) Katharina 1634 den aus Niederwesel bei Kleve stammenden Hofprediger Hermann Vigelius und eine weitere Tochter den Professor der Philosophie an der Hohen Schule zu Herborn Johann Philipp Schmidt.
6) Magdalena am 16. November 1630 den 1606 in Herborn geborenen Professor der Medizin und Leibarzt der Grafen von Nassau Albert Friedrich Knopp (Cnopius).

Johannes Hoen

Über den dritten Sohn des Magisters Jost Hoen, Johannes Hoen, liegen nach seinem Studium in Wittenberg, das er ab 3. Juni 1568 in Marburg fortsetzte, keine weiteren Überlieferungen vor.

Familie Behr

Anna Maria Gottslebens Großvater mütterlicherseits ist Jost Behr (Jodocus Ursinus, Jodocus Schonbach), ein Sohn des Herborner Bürger und Schöffen Jacob Behr (Jacob von Schonbach; * um 1500 in Schönbach, † vor 1532)  und seiner Frau Anna Sengeleups. Ein Heinrich Sengeleups war 1489 Bürgermeister in Herborn. Jost Behrs Brüder sind der Ferndorfer Pfarrer Jacob Behr, der spätere Herborner Schöffe Asmus (Erasmus) Behr und wahrscheinlich der Dillenburger Bürger Johannes Behr.
    
Jost Behr stammte also nicht selbst aus Schönbach, sondern dies war der Beiname seines Vaters, der schon vor 1532 gestorben sein muss. Jost Behr hatte seit 1533 in Marburg studiert, war als Inhaber des Tillmann Gans'schen Stipendiums schon Baccalaureus, wurde aber auf der damals noch katholischen Erfurter Universität als Lutheraner nicht zugelassen, obwohl sich der Graf von Nassau und der Kurfürst von Sachsen mehrfach für ihn einsetzten. 1538 wurde er Unterschulmeister an der Dillenburger Lateinschule, war 1540 bis 1542 neben Jost Hoen (Anna Maria Gottslebens Großvater väterlicherseits) Erzieher der gräflichen Kinder und wurde dann Küchenschreiber auf dem Dillenburger Schloss bis 1547. Von 1548 bis 1564 war er Stadtschreiber in Herborn und starb wohl wenige Jahre später (das Sterbedatum 22. Juli 1567 scheint nicht erwiesen zu sein). Er heiratete zwischen Ostern 1547 und 1548 eine Barbara ... In einer Klageschrift vom 12. Dezember 1589 erwähnt Wilhelm Hoen, dass sein Schwiegervater Jost Behr vor 44 Jahren (also 1545) noch »ein lediger Gesell« gewesen sei.

Literatur

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Heck, Hermann: Die nassauische Beamtenfamilie Hoen. Drei Generationen im Dienste des Hauses Nassau-Dillenburg. In: Nassauische Annalen 78 (1967), S. 93-105.

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Heiler, Carl: Von der Frühzeit der Reformation am Hofe und in der Grafschaft Wilhelms des Reichen, Grafen von Nassau-Dillenburg. Ein Beitrag zur nassauischen Kirchengeschichte. In: Nassauische Annalen 58 (1938), S. 69-86 [über Jost Hoen S. 78 ff. u. 84 f. »Reversbrief des Jost Hoen von Gelnhausen bezüglich seiner Bestallung zum Lehrer der Kinder Graf Wilhelm des Reichen 1538, Dezember 27 mit eigenhändiger Unterschrift des Jost Hoen«]. 

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Pieper, Hartmann: Der Herborner Zweig der Familie Hoen. In: Hessische Familienkunde 3 (1955), Sp. 229-232.

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Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Wiesbaden, 1992, S. 334 (Jost Hoen).

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Scheible, Heinz: Anton Hoens Gedicht auf Melanchthon. In: Nassauische Annalen 80 (1969), S. 81-100.

Stand: April 2010
Klaus Gottsleben
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