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Joseph Gottsleben (1822-1888)

Buchdruckereibesitzer und Zeitungsverleger in Mainz
 

Leben

Joseph Gottsleben, geboren am 19. Januar 1822 zu Mainz als Sohn des Kranführers Ludwig Joseph Gottsleben, begann am 1. September 1836 eine Lehre in der Druckerei von Florian Kupferberg in Mainz und arbeitete nach Beendigung seiner Lehrzeit am 6. September 1841 mehrere Jahre als Gehilfe in auswärtigen Druckereien. Um sich selbständig zu machen kehrte er im Revolutionsjahr 1848 in seine Vaterstadt zurück. Doch dieser Plan stieß auf viele Hindernisse. Joseph Gottsleben war von den politischen Strömungen der Zeit nicht unberührt und verfolgte die freisinnig-demokratischen Bestrebungen mit reger Anteilnahme. Hier lag sicher der Hauptgrund, dass ihm trotz wiederholter Einreichung von Gesuchen die Behörden die Konzession zur Errichtung einer eigenen Druckerei hartnäckig versagten. Erst als durch die Märzerrungenschaften eine behördliche Genehmigung nicht mehr notwendig war, konnte er seine eigene Werkstatt einrichten. Das neue Geschäft wurde, wenn auch zunächst nur mit geringen Mitteln, 1850 eröffnet. Im selben Jahr begründete Joseph Gottsleben ein Inseratenblatt als erste täglich erscheinende Mainzer Zeitung.

    Am 29. Juni 1850 ließ er an den Straßenecken der Stadt je ein Exemplar seines Täglichen Straßenanzeigers anschlagen. Von diesem Samstag an konnten sich die Mainzer ab sieben Uhr morgens darüber informieren, wer was zu verkaufen hatte, wo eine Wohnung zu haben war oder wer - wie die »Christie- Heinrich und Compagnie« in der Rheinstraße - regelmäßige Postschiff-Passagen zwischen Le Havre und New York anzubieten hatte. Wein konnte man der Erstausgabe des Täglichen Straßenanzeigers zufolge den Schoppen für vier Kreuzer bei W. Alisky auf der Großen Bleiche kaufen oder sich bei M. Cüny in dessen Leihbibliothek deutsche, englische und französische Literatur besorgen. Reiselustige Mainzer konnten sich anhand der wohlsortierten Reisehandbücher der G. Faberschen Buchhandlung an der Ludwigstraße in drei Sprachen auf »Deutschland, Frankreich, Italien, die Schweiz etc.« vorbereiten. All dies und mehr noch aus dem geschäftlichen Leben erfuhren die sich vor den Aushängen des Täglichen Straßenanzeigers drängenden Mainzer fortan täglich. Wer es einfacher haben wollte, konnte den Straßenanzeiger auch abonnieren. Für 123 Kreuzer monatlich bekam er ihn täglich ins Haus geliefert aus der Druckerei des Joseph Gottsleben im neuen Realschulgebäude an der Steingasse.

    Keine drei Jahre später, am 1. Mai 1853 erfreute Joseph Gottsleben die Mainzer mit einer sich nun Täglicher Anzeiger nennenden »richtigen« Zeitung, die sie mit Nachrichten aus aller Welt wie auch mit einem unterhaltenden Teil versorgte. In der ersten Nummer dieses Täglichen Anzeigers informierte Gottsleben seine über die Fürstlich Thurn und Taxischen Postanstalten und die Boten in der Umgebung angeworbenen Leser über sein Konzept: »Der Tägliche Anzeiger bringt Original- und andere Erzählungen, Novellen, Gedichte, Miscellen, Rechen-, Rätselaufgaben, Feuilleton für Theater und Concert. Täglich eine kurze und bündige Zusammenstellung der Tagesbegebenheiten, Geldkurs, Getraide-, Oel-, Brod-, Fleisch- und Brantweinpreise. Einsendungen von allgemeinem Interesse finden freie Aufnahmen.«

    Damit war zum 1. Mai 1853 eine »Zeitung« entstanden, die diesen Namen verdiente und in ihrem redaktionellen Konzept bereits dem der Zeitungen von heute entsprach. Es gab, wenn auch noch in bescheidener Form, einen politischen, wirtschaftlichen, lokalen und feuilletonistischen Teil. Nicht mehr die Anzeigen beherrschten Aufmachung und Inhalt der Zeitung, sondern das aktuelle Tagesgeschehen. Dass der Drucker und Verleger Joseph Gottsleben ein »moderner« Unternehmer war, machte er schon ein Jahr später deutlich. Er benannte seinen Täglichen Anzeiger in Mainzer Anzeiger bei gleichzeitiger neuer und übersichtlicher Anordnung des bereits in Ressorts gegliederten Nachrichtenteils um. Unter diesem Titel, der fast 100 Jahre Bestand haben sollte, erschien diese Zeitung erstmals am 27. April 1854. Und selbstbewusst ließ Gottsleben seine Leser bereits im Kopf neben dem Titel wissen: »Da der Mainzer Anzeiger nebst Beilage täglich in mehr als 1300 Exemplaren erscheint und im ganzen Großherzogtum verteilt wird, so kann bei der großen Verbreitung des Blattes der beste Erfolg für Inserate aller Art garantiert werden.«

Am 29. Juni 1850 erschien die
erste Ausgabe des
 
Täglichen Straßen-Anzeigers

Die erste Ausgabe des
Mainzer Anzeigers
erschien am
27. April 1854

    Joseph Gottsleben war ein entschiedener Anhänger der Volkspartei und sein Anzeiger vertrat den freisinnigen Standpunkt dieser alten süddeutschen Demokratenpartei. Bald gelang es dem Mainzer Anzeiger, in weiten Kreisen der Bevölkerung große Beliebtheit und politischen Einfluss zu erringen. Doch blieben wegen der politischen Haltung der Zeitung ihrem Herausgeber allerlei Anfechtungen nicht erspart. Öfters - ganz besonders im kritischen Jahre 1866, wo der Anzeiger eine Zeit lang sein Erscheinen einstellen musste - geriet Joseph Gottsleben mit dem Pressgesetz in Konflikt, und wiederholt musste er Geld- und auch Freiheitsstrafen über sich ergehen lassen. Mit dem Wachstum des Anzeigers ging ein Ausbau der Druckerei einher. Im Jahre 1862 mussten neue Räumlichkeiten bezogen werden, und am 1. Januar 1871 wurde durch Ankauf der C. O. Köhlerschen Steindruckerei ein neuer Zweig dem alten Geschäft angegliedert. 1877 bereicherte Joseph Gottsleben den Mainzer Anzeiger mit einem sonntäglich erscheinenden Unterhaltungsblatt Der Hausfreund. Im April des Jahres warb er in großen Inseraten für das Blatt: »Dasselbe enthält fesselnde Erzählungen, Gedichte, Preisräthsel etc. etc. in reicher Auswahl und wird am Schlusse des Jahres einen hübschen Band bilden«.

Das sonntäglich erscheinende
Unterhaltungsblatt
 
Der Hausfreund

Anzeige im Mainzer Anzeiger
von 1877

    Joseph Gottslebens Tochter Christina Elisa Magdalena heiratete am 27. April 1881 den Rechtsanwalt und Politiker Dr. Adam Joseph Schmitt. Zu ihrer Hochzeits-Feier schrieb der allseits geschätzte Humorist und Mainzer Fastnachter Theodor Eichberger (1835-1917) ein Hochzeitslied.[1] Theodor Eichberger war freier Mitarbeiter des Mainzer Anzeigers und glossierte im Hausfreund unter der Rubrik »Humor und Satire. Von Th. E.« zwischen 1878 und 1881 allwöchentlich auf einer ganzen Seite die aktuellen Ereignisse des Mainzer Stadtlebens und das staatspolitische Geschehen im Kaiserreich.

    Am 1. Dezember 1884 zog sich Joseph Gottsleben aus dem Geschäft zurück. Sein am 14. August 1860 geborener Sohn Johann Baptist übernahm die Geschäftleitung der Druckerei, die er krankheitshalber jedoch bereits am 1. Juli 1897 wieder niederlegen musste. Joseph Gottsleben verstarb am 30. August 1888 in Mainz.

    Die Druckerei J. Gottsleben wurde später mit der Kupferbergschen Druckerei vereinigt und in eine Aktiengesellschaft »Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei A. G. vormals J. Gottsleben und Fl. Kupferberg« umgewandelt. Dem neuen Unternehmen wurde am 1. April 1899 das Gewerbepatent als »Buchdrucker mit sechs Schnellpressen« erteilt. Die neue Zeit mit ihren neuen Techniken hielt auch in der Druckerei Einzug. Setzmaschinen übernahmen die mühsame Arbeit der Handsetzer, eine stürmische Entwicklung setzte ein. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, präsentierte sich der Mainzer Anzeiger längst großformatig im Vierspalten-Umbruch, übersichtlich gegliedert und mit allem ausgestattet, was zum Betrieb und zum Bild einer modernen Großstadt-Zeitung zählt.
 

Literatur

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Haber, Ralf: Mainzer Presse, 1945-1950: eine Modellstudie zur frühen Nachkriegszeit. Köln [u.a]: Böhlau, 1997. S. 11. (Medien in Geschichte und Gegenwart; Bd. 8).

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Kornfeld, Heike: Die Entwicklung des Druckgewerbes in Mainz : vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1816 - 1914). Mainz : Stadtarchiv, 1999. (= Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz ; 31). Zugl.: Mainz, Univ., Diss., 1996. S. 103-122 (Florian Kupferberg gegr. 1808; Die Entwicklung der Druckerei bis 1897; Zur Firmengeschichte; Verlags- und Druckerzeugnisse; Personal und technische Ausstattung; Die Weiterführung der Druckerei Florian Kupferberg als »Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei A.-G. vorm. J. Gottsleben und Fl. Kupferberg« nach 1897; Die Entwicklung der Druckerei Joseph Gottsleben bis 1897; Die Umstrukturierung der Druckerei Florian Kupferberg in eine Aktiengesellschaft; Die Entwicklung der »Mainzer Verlagsanstalt und Druckerei A.-G.« nach 1897)

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Lehnert, Georg: Joseph Gottsleben, Buchdruckereibesitzer und Zeitungsverleger, 1822-1888. In: Hessische Biographien. Darmstadt, Bd. 1 (1912), S. 231-232.

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Leicher, Günther: Am Anfang stand der Tägliche Straßenanzeiger (Internet, 21.06.2002).

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Mitteilungen für die Mitglieder des Kreises III (Main) des Deutschen Buchdrucker-Vereins", Festschrift 1909, S. 9 (Porträt/Brustbild von Joseph Gottsleben).

Anmerkung

[1] Joseph Gottsleben war ein sehr wohlhabender und mächtiger Mann in der Stadt Mainz - weshalb der humoristische Dichter Theodor Eichberger es sich natürlich nicht nehmen ließ, im Hochzeitsgedicht auch deutlich auf diesen Umstand anzuspielen.

Hochzeitslied zur Hochzeits-Feier von Dr. Adam Schmitt, Rechtsanwalt und Christina Gottsleben am 27. April 1881

(Melodie: Herzliebchen unter dem Rebendach)

Jetzt stimmet allesammt jubelvoll
In Fröhlichkeit mit ein,
Dem neuvermählten Brautpaar soll
Ein Lied gesungen sein:
Was in der Tanzstunde einst sich fand,
Hat glücklich vereint das Eheband;
:;: Und köstlicher wird und wonnevoll
Die Ehestund' ihm sein. :;:

Der Bräutigam ist der Rechte Mann,
Des Eheglückes Schmitt,
Der Recht dem Bräutchen stets geben kann,
Sein Stand bringt dies schon mit!
Hat auch das Bräutchen, vom Glück berauscht,
"Gottsleben" heute mit "Schmitt" vertauscht:
:;: Geht doch ein Gottesleben jetzt an,
Das bringt der Stand schon mit. :;:

Im Brautstand lebte das junge Paar,
Wo Liebe Kränze flicht,
Im ganzen fröhlich zwei kurze Jahr' -
Die Jugend wartet nicht!
Indeß der wack're Herr Papa
Sechs Jahre gefrie'n um die Mama;
:;: Ein rechter Brautstand war das fürwahr!
Die Jugend wartet nicht. :;:

 

Als Drucker und als Verleger hat
Er's besser schon erreicht,
Weil stets die Einnahm' von seinem Blatt
Die Ausgab' übersteigt.
Wenn man sein prächtiges Haus beguckt,
Das er sich neu hat herausgedruckt,
:;: Dann sieht man, steht es auch nicht im Blatt,
Wie seine Ausgab' steigt! :;:

 

Groß steht der "Anzeiger" heute da,
War er auch früher klein;
Herausgeber ist der Herr Papa,
Doch nimmt er auch gern ein!
Gilt's aber dem herz'gen Töchterlein,
Da steuert mit Stolz er's aus recht fein;
:;: Herausgeber ist der Herr Papa,
Nimmt er auch sonst gern ein! :;:

 

Wenn auch das leid'ge Preßgesetz droht,
Da macht er sich nichts draus;
Er hat ja, ledig jetzt aller Noth,
Den Rechtsanwalt im Haus;
Und's Töchterlein selbst zu dieser Frist
Sogar schon eine Frau Doctor ist;
:;: Wenn dann das leid'ge Preßgesetz droht,
Da macht er sich nichts draus. :;:

 

Die Liebe leite das junge Paar,
- Sie bleibt das Beste doch -
Dann lacht das Leben ihm schön und klar
In fernster Zukunft noch.
Ihm werde Freude und Glück und Heil
Auf seinem Lebenswege zu theil!
Erhebt die Gläser und stoßet an:
Das Brautpaar lebe hoch!
Erhebt die Gläser und stoßet an:
Es lebe drei Mal hoch!

Familie Gottsleben

(Mainz)


0.1
GOTTSLEBEN Michael rk
*  <.1750

Bei Taufe seines Sohnes Ludwig Joseph im Kirchenbuch von St. Christoph Vorname "Michaelis". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898). - Kinder von Michael Gottsleben (?): 1) Maria Magdalena, Beerdigungsdatum: 27.12.1772, Beerdigungsort: Mainz, Name des Vaters: Michaelis Gottsleben und 2) Petrus Nicolaus, Beerdigungsdatum: 21.10.1776, Beerdigungsort: Mainz, Alter: 3, Geburtsdatum: 1773, Name des Vaters: Michaelis Gottsleben. - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Tote und Beerdigungen 1582-1958).

oo
FRITZ Ursula rk
*  <.1750

Bei Taufe ihres Sohnes Ludwig Joseph im Kirchenbuch von St. Christoph Name "Ursula Fritzin". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

1. Gottsleben Ludwig Joseph * 19.03.1785 Mainz Qu: Mainz St. Christoph > 1.1

Generation 1


1.1
GOTTSLEBEN Ludwig Joseph rk Kranführer < 0.1
* 19.03.1785 Mainz Qu: Mainz St. Christoph Lebensort: Mainz   
Eltern: Gottsleben Michael , Fritz Ursula

Im Kirchenbuch von St. Christoph Vorname "Ludovicus Josephus" und bei der Taufe seiner Kinder im Kirchenbuch von St. Quintin Vorname "Ludovici Josephi". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

oo
NICOLAI Maria Anna rk
* um.1790 Mainz

Im Kirchenbuch von St. Quintin zur Taufe ihrer Kinder Vorname "Mariae Annae". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

1. Gottsleben Joseph 66Jhr 7Mo 1Wo * 19.01.1822 Mainz † 30.08.1888 Mainz > 2.1
2. Gottsleben Jacob ˜ 27.08.1823 Mainz Qu: St. Quintin

Im Kirchenbuch von St. Quintin Vorname "Jacobus". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

3. Gottsleben Jacob ˜ 24.01.1825 Mainz Qu: St. Quintin

Im Kirchenbuch von St. Quintin Vorname "Jacobus". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

4. Gottsleben Georg 1Jhr 7Mo 4Wo * 18.12.1827 Mainz Qu: Mainz St. Peter † 16.08.1829 Mainz

Vorname im Kirchenbuch "Georgius". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898; Tote und Beerdigungen 1582-1958).

5. Gottsleben Anna Maria * 10.08.1830 Mainz Qu: Mainz St. Peter > 2.2
6.
Gottsleben Anna Maria Salome * 23.09.1833 Mainz Qu: Mainz St. Peter

Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

7. Gottsleben Christina 1Jhr 4Mo 2Wo * 26.08.1838 Mainz Qu: St. Quintin † 09.01.1840 Mainz Qu: St. Quintin

Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898; Tote und Beerdigungen 1582-1958).

Generation 2


2.1
GOTTSLEBEN Joseph 66Jhr 7Mo 1Wo rk Buchdruckereibesitzer, Zeitungsverleger < 1.1
* 19.01.1822 Mainz † 30.08.1888 Mainz
Eltern: Gottsleben Ludwig Joseph , Nicolai Maria Anna

Quellen: "Georg Lehnert: Joseph Gottsleben, Buchdruckereibesitzer und Zeitungsverleger, 1822-1888. In: Hessische Biographien. Darmstadt, Bd. 1 (1912), S. 231-232" und "Günther Leicher: Am Anfang stand der Tägliche Straßenanzeiger (Internet, 21.06.2002)".

Eine Mainzer Liebesgeschichte: Der Schriftsteller Detlev von Liliencron verliebte sich bei seinem Aufenthalt in Mainz 1868 in Anna Gottsleben, Tochter eines Druckereibesitzers <Quellen:
"Volker Griese: Detlev von Liliencron. Chronik eines Dichterlebens. Münster: Verl.-Haus Monsenstein und Vannerdat, 2009. (Edition Octopus)" und "lehrer.uni-karlsruhe.de (Internet 2010)">: "Detlev von Liliencron wurde 1866 im Preußisch-Österreichischen Krieg verwundet. Nach Kriegsende Stationierung in Mainz. Freundschaft mit dem Offizier Ernst von Seckendorff. Liebe zur Tochter eines Druckereibesitzers, Anna Gottesleben. Heiratsantrag wird vom Vater Annas abgewiesen, der seine Tochter niemals einem Soldaten oder Protestanten geben will" und Chronik "1868. Februar, Mainz: Während des Karnevals als Page verkleidet, verliebt L. sich überstürzt in Anna Gottsleben, Tochter eines Druckereibesitzers, die er kaum näher kennt. Schon bald beherrscht sein Papagei den Spruch 'Anna koch Kaffee'. Ein Heiratsantrag wird vom Vater Annas ignoriert, der seine Tochter niemals einem Soldaten oder Protestanten zur Frau geben will. - 16. April, Potsdam, Neues Palais: Er schreibt seiner Mutter, alles über Anna Gottsleben, seine Mainzer Liebe und dass er sich ihr und ihrem Vater gegenüber falsch benommen habe. - 30. April, Potsdam, Neues Palais: Die Antwort der Mutter auf sein Schreiben vom 16. April trifft ein. Diese berichtet, eine nähere Verbindung zu Anna Gottsleben ist dem Vater unangenehm, da sie keine Adlige sei. Sie selbst würde aber seinem Glück nicht im Wege stehen, hätte auch Annas Vater geschrieben, und noch einmal in seinem Namen um ihre Hand angehalten". - Da es in Mainz nur einen Druckereibesitzer namens Gottsleben gab, kann es sich bei dem hier genannten Vater nur um unseren Joseph Gottsleben handeln. Eine Tochter Anna aus der Familie des Druckereibesitzer Gottsleben ist nicht bekannt. Bekannt ist jedoch die Heirat seiner Schwester Anna Maria Gottsleben, die am 1. August 1860 im Dom zu Mainz erfolgte. Die Beziehung Detlev von Liliencrons zu Anna Gottsleben und der Familie von Joseph Gottsleben muss noch geklärt werden". - Quellen: "FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Heiraten 1558-1929)" und "Familienarchiv Gottsleben".

oo 01.05.1850 Mainz  Qu: Mainz St. Quintin
FALK Anna Elisabeth
*  <.1830

Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898; Heiraten 1558-1929).

1. Gottsleben Christina Elise Magdalena > 3.1
2. Gottsleben Salome Josephina * 15.11.1858 Mainz

Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

3. Gottsleben Johann Baptist 73Jhr 3Mo 2Wo * 14.08.1860 Mainz † 02.12.1933 Mainz > 3.2
4. Gottsleben Antonie 39Jhr 7Mo * 18.08.1862 Mainz † 21.03.1902 Mainz > 3.3


2.2
GOTTSLEBEN Anna Maria rk < 1.1
* 10.08.1830 Mainz Qu: Mainz St. Peter
Eltern: Gottsleben Ludwig Joseph , Nicolai Maria Anna

Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898 und Heiraten 1558-1929).

oo 01.08.1860 Mainz  Qu: Mainz Dom
MEES Franz Andreas rk
˜ 25.07.1822 Mainz Qu: Mainz Dom
Eltern: Mees Johann Franz , Kottler Maria Barbara

In den Kirchenbüchern von St. Stephan, St. Ignaz (hier am 30.07.1860 Eintragung im Trauregister; Heirat mit Anna Gottsleben) und des Mainzer Doms Vorname "Franciscus Andreas und Francisci Andreae". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898; Heiraten 1558-1929).

1. Mees Ludwig Joseph 65Jhr 4Mo 1Wo * 12.11.1862 Mainz Qu: Mainz St. Ignaz † 23.03.1928 Mainz

Im Taufbuch Vorname auch "Ludovicus Josephus". - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

Generation 3


3.1
GOTTSLEBEN Christina Elise Magdalena rk < 2.1
Eltern: Gottsleben Joseph , Falk Anna Elisabeth

Quelle: Theodor Eichberger (Internet, 2006).

oo 27.04.1881 Mainz
SCHMITT Adam Joseph 72Jhr 10Mo 3Wo rk Rechtsanwalt, Politiker
* 27.12.1855 Finthen † 18.11.1928 Mainz
Eltern: Schmitt Philipp , Hembes Fides

Adam Joseph Schmitt war Sohn des Landwirts Philipp Schmitt und dessen Frau Fides geborene Hembes. Adam Joseph Schmitt heiratete Christina Elise Magdalena geborene Gottsleben. Nach dem Besuch der St. Marienschule und des Gymnasiums in Mainz studierte Schmitt an den Universitäten Straßburg, Leipzig, Tübingen und Gießen. 1879 promovierte er in Jena zum Dr. jur. 1881 ließ Schmitt sich als Rechtsanwalt in Mainz nieder. 1889 wurde Schmitt Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Mainz. Ein Jahr später wurde er zudem Mitglied des Kreistags und des Kreisausschusses von Mainz. 1893 wurde Schmitt für den Wahlbezirk Rheinhessen 13 bzw. 12 (Mainz-Land) in die II. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen gewählt, der er bis nach dem Ersten Weltkrieg angehörte. Als Dritter Präsident gehörte er dem Präsidium der Kammer an. Von 1895 bis 1903 saß Schmitt außerdem noch als Abgeordneter dem Reichstag des Kaiserreiches an. 1903 verlor er in der Stichwahl gegen den Sozialdemokraten Eduard David. Um beide Mandate miteinander vereinen zu können, war Schmitt darauf angewiesen zu pendeln. Während der Sitzungen des Reichstages bewohnte er daher eine Suite im Berliner Central-Hotel. Da Schmitt eine wichtige Rolle bei der Beilegung einer parteiinternen Krise des hessischen Zentrums in den frühen 1890er Jahren spielte, konnte Schmitt sich bei den Reichstagswahlen der Jahre 1896 und 1898 mit Hilfe der liberalen Stimmen seines Wahlkreises durchsetzen, mit der Konsequenz, dass er auch zum Führer der hessischen Zentrumspartei aufstieg - eine Stellung die er bis in die Nachkriegszeit innehaben sollte. Von Januar 1919 bis Juni 1920 saß Schmitt als Abgeordneter der Zentrumspartei für den Wahlkreis 34 (Hessen) in der Weimarer Nationalversammlung. Ebenfalls 1919 bis 1920 war er Mitglied des Landtags des Volksstaates Hessen. Sein Nachrücker im Landtag war Georg Zilch. 1912 fungierte Joseph Schmitt als Präsident des Deutschen Katholikentages in Aachen. - Quelle: Wikipedia (Juli 2013).

1. Schmitt Joseph * . .1882 Mainz † . .1967 Mainz

Der Rechstanwalt Joseph Schmitt war Beiratsvorsitzender im Stadtrat Mainz und Vorsitzender der Mainzer Zentrumspartei. Quelle: Ralf Haber: Mainzer Presse, 1945-1950. Eine Modellstudie zur frühen Nachkriegszeit. Köln: Böhlau, 1997, S. 18.
 

Adam Joseph Schmitt


3.2
GOTTSLEBEN Johann Baptist 73Jhr 3Mo 2Wo rk < 2.1
* 14.08.1860 Mainz † 02.12.1933 Mainz
Eltern: Gottsleben Joseph , Falk Anna Elisabeth

Johann Baptist Gottsleben war von 1881-1894 und 1897-1910 Vorstandsmitglied des Mainzer Ruder-Vereins. - Quelle: Mainzer-Ruderverein. - 1883 gehörte Johann Baptist Gottsleben als Mitglied des Carneval-Vereins (heute MCV) und des Vereins "Convent" mit zu den Gründern einer "Prinzengarde". "Zu den Taufpaten zählten klangvolle Namen: Adam Allendorf, Cornelius Daub, Dillenius, Jean Dremmel, Jakob Gebürsch, Jakob Bohné, Adam Herz, Jean Baptist Gottsleben, Clemens Kissel, Fritz Otto, Joseph Ottenthal, Jakob Rachor, Jean Ring, Josef Wallau, Karl Wenglein und Georg Willius." In kurzer Zeit verfügte der "Verein Prinzen-Garde" über 250 Mitglieder (heute sind es nur gute 100 Mitglieder mehr). - Im Jahr 1886 wurde Johann Baptist Gottsleben zum Fastnachtsprinzen gekrönt, seine Prinzessin war Frau Dr. A. J. Friedmann. - Quelle: Diether Degreif: "Moguntia" enthüllte vor 11 mal 11 Jahren die Fahne : Mainzer Prinzengarde feiert Jubiläum ; aktiv "im Saal un' uff de' Gass'". In: Allgemeine Zeitung <Mainz> / Ausg. Mainz. - 154 (2004), 264 vom 11.11., S. 13. - Ill. - Weitere Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898, Heiraten 1558-1929).

oo 12.11.1884 Baden-Baden  Qu: Baden-Baden Stiftskirche
STAMBACH Maria Magdalena Katharina rk
Eltern: Stambach Friedrich , Hoffmann Maria Magdalena

Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Heiraten 1558-1929).
 

Johann Baptist Gottsleben
(um 1910)
 

Johann Baptist Gottsleben
(Fastnachtsprinz, 1886)
Frau Dr. A. J. Friedmann
(Prinzessin)

Mainzer Prinzengarde
Moguntia
feiert Jubiläum
(2004)


3.3
GOTTSLEBEN Antonie 39Jhr 7Mo rk < 2.1
* 18.08.1862 Mainz † 21.03.1902 Mainz
Eltern: Gottsleben Joseph , Falk Anna Elisabeth

Vorname im Taufregister auch <Antonia>. - Quelle: FamilySearch (Februar 2014; hier: Deutschland, Geburten und Taufen 1558-1898).

oo 09.07.1884 Mainz
SCHUCH Wilhelm Kaufmann, Hopfenhändler, Weingutsbesitzer
* 26.10.1856 Nierstein † 18.04.1924 Mainz Lebensorte: Nierstein Mainz  
Eltern: Schuch Wilhelm , Schnecko Elisabeth

Quelle: Kerstin Magdeburg (Stand: 07.09.2011 per Mail).

 

Stand : 16.03.2014
Erstellt mit PC-AHNEN

Stand: März 2017
Klaus Gottsleben
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